Dachs, Kröten, Alpensegler, Rothirsch, Gänse, WIldschweine, ....
Tierarztpraxis Dr. Molz 20 Jahre in Littenweiler Ende November konnte
Dr. Christoph Molz mit seiner
Tierarztpraxis in der Lindenmattenstraße in Littenweiler sein 20-jähriges
Jubiläum feiern. Aufgewachsen ist Dr. Molz mit sechs Geschwistern in der
Alemannenstraße in Littenweiler und schon als Kind hat er sich gemeinsam mit
seinem Bruder Reinhold um verletzte Katzen und Vögel gekümmert. Solange er
denken kann, hatte seine Familie Hunde, Aquarien, Terrarien, Kleintierkäfige und
Vogelvolieren im ausgebauten Keller und im großzügigen Garten des Elternhauses.
Und so war es nicht verwunderlich, dass er seine Liebe zu den Tieren auch zum
Beruf machte und Tiermedizin studierte. Nach seinem Studium in München arbeitete
er einige Zeit in einer Tierklinik bei Kaiserslautern und während seiner
Doktorarbeit, in einer Tierarztpraxis in Haslach im Kinzigtal. Doch eine eigene
Praxis war schon immer sein größter Wunsch. Und als das Lebensmittelgeschäft
Kretschman schließen musste und in der Lindenmattenstraße Geschäftsräume frei
wurden, brauchte er nicht lange zu überlegen und kehrte in seinen Heimatort
zurück. Seither hat Littenweiler einen Tierarzt, zu dem man jederzeit mit allen
Wehwehchen seiner Vierbeiner kommen kann. Dr. Molz behandelt alle, von der
Zwergmaus bis zur Dänischen Dogge. Auch verletzte Falken oder Habichte und Raben
werden in seine Praxis gebracht und auch einen Waschbär hat er schon kastriert.
Auch für das Zoohaus Burkart ist er stets im Dienst und kümmert sich als
betreuender Tierarzt um Reptilien, Fische, Vögel und Kleintiere der Zoohandlung
in der Feldbergstraße. „Mein Beruf macht mir sehr viel Freude“, sagt Dr. Molz
„es ist eine schöne und abwechslungsreiche Aufgabe Tiere zu behandeln und auch
der Umgang mit ihren Besitzern ist immer wieder interessant.“ So erlebt ein
Tierarzt in zwanzig Jahren auch mancherlei kuriose Begebenheiten. Einmal musste
Dr. Molz einen Hund ausnüchtern, der zuviel eingelegte Weintrauben gefressen
hatte und auch einem kleinen Vierbeiner, der Frauchens Haschischplätzchen
aufgestöbert hatte, konnte er helfen. „Einiges hat sich verändert in den
vergangenen zwanzig Jahren“, so Christoph Molz „anfangs waren wir Tierärzte eine
Art ‚Allgemeinmediziner’, zwischenzeitlich gibt es auch viele Fachtierärzte zu
denen man die komplizieren Fälle überweisen kann.“ Doch die Liebe zum Tier, ist
allen Tierärzten gleichermaßen angeboren und so leben auch heute in seiner
eigenen Familie Vögel und viele Fische und die wunderschöne Main Coone Katze
„Chiara“ und als die drei Töchter noch klein waren, natürlich auch
Meerschweinchen und Zwergkaninchen. Sein 20-jähriges Praxisjubiläum möchte Dr.
Molz nun gerne gemeinsam mit den Besitzern seiner Patienten feiern und lädt
daher am Freitag, dem 11. Dezember, ab 18.15 Uhr zu einem Glas Sekt in die
Tierarztpraxis ein. Alle, die noch lustige und schöne Erinnerungsfotos von ihren
Tieren haben, vielleicht mit einer kleinen Geschichte dazu, werden gebeten,
diese mitzubringen. Dr. Christoph Molz möchte daraus ein Album erstellen, als
Rückblick auf 20 schöne und interessante Jahre in einem Beruf, der ihn noch
immer erfüllt und von dem er mit Überzeugung sagt „Ich könnte mir nichts anderes
vorstellen, als Tierarzt zu sein“.
Die Haselmaus ist klein, scheu und
hauptsächlich nachts in dichten Sträuchern unterwegs — also schwer zu
beobachten. Deshalb wissen wir sehr wenig darüber, wo sie in Deutschland noch zu
Hause ist. Wir vermuten, dass die Haselmaus viel von ihrer Heimat verloren hat.
Sie zählt daher zu den gefährdeten Tierarten. Mit unserer Nussjagd wollen wir
aufklären, wo sie sich noch versteckt hält. Wie Du dabei sein und so beim Schutz
der Haselmaus helfen kannst, erfährst Du auf diesen Seiten.
Rotwild im Steinwasen-Park: Jungtiere im Mai/Juni Das Rotwild ist die
viertgrößte Hirschart der Welt und in Deutschland die größte heimische und
jagdbare Wildart. Im Südschwarzwald werden die eleganten Tiere nur in bestimmten
Gebieten geduldet, denn die Pflanzenfresser können große Schäden an den
Waldbeständen anrichten. Um diese Schäden möglichst gering zu halten, wird es
der Menge nach reduziert bzw. es werden Rotwild-Einstandsgebiete ausgewählt, in
dem Rotwild in einer bestimmten Anzahl vorkommen darf. In anderen Gebieten ist
es zum Abschuss durch Jäger oder Förster freigegeben. In den Einstandsgebieten
leben sie sehr scheu und zurückgezogen (der Rothirsch ist in Deutschland ein
dämmerungsaktives Tier). Die Geweihbildung der Rothirsche beginnt gleich nach
dem Abwurf der alten Geweihe im Spätwinter bzw. Februar/März. Bis August, nach
ca. fünf Monaten, ist sie abgeschlossen. Im
Steinwasen-Park werden
mehrere Nadelbäume gefällt, damit die Hirsche ihre Basthaut vom noch unfertigen
Kolbengeweih (Geweih mit Haut) entfernen können (dies nennt man in der
Jägersprache „Fegen“, das reiben des Geweihes an Ästen, Büschen oder Bäumen).
Damit wird der vorhandene Baumbestand im Steinwasenpark geschont, denn ein Baum
brauch ja bekanntlich viele Jahrzehnte, bis er eine stattliche Größe erreicht
hat. Die Brunft ist ein hochinteressantes Schauspiel. Um unnötige Verluste zu
vermeiden und die besten Gene zu vererben, hat die Natur Vorsorge getroffen. Die
Hirsche hören schon am Brunftruf, ob sie dem Gegenüber bzw. dem in weiter Ferne
schreienden Nebenbuhler gewachsen sind oder nicht. Auch wenn sich zwei Bewerber
um das Kahlwildrudel (Zusammenschluss vieler weiblicher Rothirsche mit ihren
Jungen) gegenüber stehen, kommt es nicht sofort zum Kampf. Nach einem speziellen
Ritual (Imponiergehabe etc.), kann der vermeintlich Schwächere sich verdrücken
und aufs nächste Jahr hoffen. Im Steinwasen-Park ist nur ein Hirsch im Gehege
mit dem Kahlwildrudel zusammen und wird dieses Jahr Hochzeit feiern dürfen.
Friedolin, unser „Platzhirsch“ (Jägersprache), brüllte im September so stark wie
er konnte, denn er wollte den Weibchen imponieren, damit sie in Hochzeitstimmung
gelangen. Es war sicherlich nicht einfach, die ganze Weiberschar (Kahlwild)
beisammen zu halten. Er musste häufig im Trollschritt den über 15 Frauen den Weg
abschneiden, denn sonst wären sie ihm entwischt. Zwischendurch beschnupperte er
die Tiere, er wollte wissen, wie weit die Hochzeitszeremonie fortgeschritten ist
und bis wann die Hochzeitsnacht stattfinden kann. Die anderen Hirsche, befanden
sich in einem anderen Gehege. Wären alle Tiere des Steinwasen-Parks zusammen in
einem Gehege gewesen, hätten die männlichen Tiere sich gegenseitig bekämpft. Im
Mai/Juni werden die Ergebnisse der Brunft sichtbar, denn die Jungtiere kommen
zur Welt und es kommt Leben das Rudel. Einer von vielen Gründen, den
Steinwasenpark, in dem neben der Sommerrodelbahn noch weitere Fahrgeschäfte Spaß
und Vergnügen garantieren, zu besuchen.
Wildsauen haben sich stark vermehrt
Im Dreisamtal machen sich immer mehr Wildsauen bemerkbar - unangenehm: In Kappel werden Gärten umgepflügt. Bei der
Rothirsch - größtes Tier im Schwarzwald
Hermelin, nach Mauswiesel der zweitkleinste einheimische Beutegreifer
|
| Im Winter verfärbt
sich das Fell des Hermelins weiß. Früher wurde mit diesem kostbaren Pelz
Kleidungsstücke von Königen und Fürsten verziert. Bild: Ingo Seehafer |
Ende März fand ich an einem Waldrand, nahe einem
Holzstapel, ein totes Tier. Neugierig begann ich es genauer zu betrachten. Es
war eine Ratte, der im Nacken ein größeres Stück Fleisch herausgerissen worden
war. Ansonsten schien die Ratte unversehrt. Welcher Beutegreifer hier wohl
zugeschlagen hatte? Art der Wunde und der Fundort ließen mich an ein Wiesel
denken. Ein Fuchs hätte das für ihn kleine Tier sicher schon aufgefressen. Nun,
ich beschloss mich die nächsten Tage auf die Lauer zu legen. Vielleicht konnte
ich den verantwortlichen Beutegreifer fotografieren. Aus einem Ansitztag wurden
zwei und dann regnetet es nur noch. Am 1. April schien die Sonne und es war ein
sehr warmer Tag. Ich fuhr also wieder zum Waldrand. Kaum war ich in der Nähe des
Holzstoßes, sah ich tatsächlich ein Hermelin (Mustela erminea) unter einem
Baumstamm verschwinden. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Während ich permanent
den Stamm im Auge behielt, holte ich Kamera und Objektiv aus dem Wagen und ging
langsam zu dem Holzstapel. Nun brauchte ich nur noch zu warten bis das Tier
wieder hervorkam. Tatsächlich, wenige Minuten später kam es, immer wieder
wieseltypisch Männchen machend, aus seinem Versteck hervor und schaute mich an.
Es hüpfte noch ein-, zweimal auf den Stämmen herum, gleichwie, als ob es für
mich eine kleine Show abziehen wollte. Dann, nach wenigen Sekunden, hüpfte es,
sich noch einmal kurz zu mir umschauend, auf einem Feldweg weiter und verschwand
hinter einer Biegung. Diese Momente, so selten sie auch sind, entschädigen für
alle Mühen und ergebnislose Ansitze, von denen jeder Naturfotograf ein Lied
singen kann.
Zudem ist das Leben eines Hermelins, nach dem Mauswiesel der zweitkleinste
einheimische Beutegreifer, äußerst interessant. Typisch für Marder ist der
Sexualdimorphismus. So wiegen die Männchen maximal 320 Gramm, die Weibchen
maximal 230. Wobei die Männchen ohne Schwanz 27 Zentimeter lang werden. Die
Weibchen aber nur 24. Bei uns treffen wir das Hermelin fast überall an, sofern
Hecken und Felder und reichlich Nahrung vorhanden sind. Neben allen Arten von
Mäusen gehören auch Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse und Ratten zu den Beutetieren.
Bevor Katzen vom Menschen für die Mäusejagd eingesetzt wurden, erledigten dies
die Wiesel. Eine weiter Besonderheit des Hermelins ist der unglaublich hohe
Pulsschlag von 360 bis 390 Schlägen pro Minute (der Ruhepuls beim Menschen liegt
um die 70). Wegen des hohen Stoffwechsels muss beinahe alle vier Stunden Nahrung
aufgenommen werden. Dafür durchstreift ein Wiesel bis zu 20 Hektar an einem Tag.
Jetzt im Frühjahr wirft das Weibchen bis zu 13 Junge in einer Höhlung, die sich
etwa in einem Holzstoß befinden kann. Die Jungen werden sieben bis zwölf Wochen
lang gesäugt. Von der fünften Woche an kann es vorkommen, dass die jungen
Weibchen (also wenn sie noch Säuglinge sind) schon von einem Männchen
erfolgreich begattet werden. In der Tierwelt ein extrem seltenes Phänomen. Im
Normalfall werden Weibchen nach zwei Monaten und Männchen nach zwölf Monaten
geschlechtsreif. Leider liegt die Lebenserwartung eines Hermelins nur bei
ungefähr eineinhalb Jahren. Dennoch hoffe ich natürlich, meinem Hermelin noch
einmal zu begegnen.
Ingo Seehafer, 8.4.2008,
www.badische-zeitung.de
sin d Hase jetz wider, wie jeds Johr um die Zit.
Iweraal wu s frejs Feld het (un Hase), ka-mr si wider sehne Hooke schlage, aß
eime Heere un Sehne vegeht bim Zueluege. Un alles numme wege de Wiiwle. Awer d
Hase sin nit d einzigi, wu vum Friehjohr eso richtig packt un vun de Hormone in
de Geged rumtriiwe werre.
S geht e Läwe lang, bis des mit de Hormone noochloßt, un us re rindrige Kueh e
brummligi wurd. Sell isch s gnaue Gegeteil vun zickig. Sell sait mr jo de Geiße,
wu kinnte, awer nit wisse, ob si au einer sote wote. E Kueh, wu brummlig isch,
isch eini, wu schu noch gern wot, awer halt nimm kaan. Un bockig sait mr einere,
wu kaan un au will un suecht.Vewechsle derf mr des Bockigsii awer nit mit
böckenig sii. So heißt mr die Geiße, wu s gar nimm kinne veheewe mim Waarte uf
de Geißbock. Bi de Resser isch es eso, aß d Stut rossig isch, wenn si e Hengscht
suecht. D Mohre uf de ander Sit sin awer nit souig oder mohrig, sundern rosslig.
Nor hätte mr noch d Hiehner, die sin gluckig oder brietig, was jo au so mueßt
sii, sunsch kriege si ihri Eier nie usbrietet. Wenn e Hindi läifig isch, nor
wisse s bal alli Hind im Umkreis un mache wie ab de Kett. Un e maniches Mool
wacht mr mittelscht in de Naacht uf, wil wider emol Kunzert isch dusse. Nor
fliege d Fetze, wenn zwei Katzerolli sich am Strite sin um eini, wu rollig isch.
Nor isch awer wider e Rueh un mir Mensche kinne die Ufregung gar nit vestih, wil
bi uns jo s ganz Johr Friehjohr isch — we-mr nit grad kleeßig oder luudrig sin.
Wendelinus Wurth, 5.4.2008, Lueginsland, BZ
Ihringen-Wasenweiler
(juli). "Rollende Tiertafel" - so nennt sich das Projekt, das Sonja Blust-Jauch
ins Leben rufen möchte. Dabei soll bedürftigen Menschen, die nicht auf ihre
Haustiere verzichten möchten, kostenlos Tierfutter zur Verfügung gestellt
werden.
Die Tiertafel richtet sich in erster Linie an Hartz-IV-Empfänger und Obdachlose,
aber auch generell an Menschen, die nicht über genug Geld verfügen, um ihre
Haustiere zu versorgen. Blust-Jauch plant, ein Fahrzeug mit verschiedenen
Produkten für Haustiere auszustatten. Mit diesem möchte sie dann im südlichen
Kaiserstuhl verschiedene Orte anfahren, darunter Vogtsburg, Breisach und
Ihringen. Das Futter stammt von Firmen oder anderen Spendern, die die Produkte
kostenlos zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werde das Fahrzeug mit
Sponsorenwerbung ausgestattet. Die Tiertafel soll Nahrung für Hunde, Katzen,
kleine Nagetiere, Fische und Vögel wie Wellensittiche ausgeben. Die Idee für die
"rollende Tiertafel" kam Blust-Jauch durch einen Artikel in der Badischen
Zeitung, in dem ein vergleichbares Projekt beschrieben wurde. Nach dem Vorbild
in Berlin möchte sie nun zunächst einen offiziellen Verein für die Tiertafel
gründen. Dafür sucht sie noch Mitstreiter. Diese sollten ein Interesse für den
Tierschutz und für Tiere mitbringen. Außerdem werden auch Gönner, Förderer und
Sponsoren gebraucht.
Interessierte Bürger sollten sich möglichst bald melden bei Sonja Blust-Jauch,
Telefon 0170/1728178.
28.3.2008, BZ
Wildbiologen des Vereins Wildwege bieten
allen Interessierten ein Wildtier-Wochenende am Schluchsee an. Inhalte sind:
Wildbeobachtungen, eine Einführung in die Forschung an Wildtieren und ein
eigenes kleines Forschungsprojekt, das am Wochenende veranstalltet wird.
Unterkunft bietet das Haus Wüstengraben am Schluchsee. Veranstaltungsbeginn ist
am Samstag, 27. Oktober, um 9.15 Uhr am Bahnhof Seebrugg. Veranbstaltungsende
ist am Sonntag gegen 13 Uhr. Die Kosten sind mit 30 Euro pro Person festgesetzt.
Darin enthalten sind: Transfer vom Bahnhof zum Haus Wüstengraben und zurück,
Übernachtung und Verpflegung. Mitzubringen sind Schlafsack, wetterfeste und
warme Kleidung, Taschen- oder Stirnlampen und wenn möglich Ferngläser.
Wildwege
wildwege@gmx.de , Tel: 0761/7680486 oder
Tel 0176/63161168
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Tierfilmer und Naturschützer Horst Stern 85
Jahre
"Die gute Nachricht zum Schluss: Die ersten Hinrichtungen, die im US-Bundesstaat
Arizona nach 28 Jahren der Aussetzung jetzt vollstreckt werden sollten, fielen
aus: Es fehlte an der Genehmigung der Umweltbehörde zur Verbringung des nicht
veratmeten Zyanidgases in die Atmosphäre" . So endet Horst Sterns " Lesebuch" ,
(erschienen 1991). Eine bessere Nachricht zum Anfang: Horst Stern wird heute 85.
Millionen Fernsehzuschauer kannten ihn als Straßenfeger der Nation. Seine
Dokumentationen aus den siebziger Jahren ("Sterns Stunde" ) waren Filme über
Tiere, aber keine Tierfilme. Sie zeigten nicht das übliche Heia Popeia der
niedlichen Hausgenossen, sondern erklärten, wie der Mensch zum Beispiel das
Schwein zur Sau gemacht hat. Oder: das Tier als Ware zur Gewinnmaximierung der
Landwirtschaft und auch als Trophäe nobler Kreise. So schrieb Stern an den
damaligen Bundespräsidenten Scheel einen offenen Brief, in dem er ihm
schilderte, wie jagdgerecht ihm ein ausgesuchter Rothirsch pünktlich ("19 Uhr
ist eine gute Zeit" ) vor die Flinte laufen wird.
So was macht Ärger. Und Horst Stern suchte ihn. Aber er wollte mehr. Er hoffte,
dass die Menschen ihr Verhalten zum Tier ändern. Vergeblich. Am Ende seiner
publizistischen Tätigkeit musste er feststellen: "Die Legebatterien sind nicht
kleiner geworden, die Kälber stehen noch in der Dunkelbox, die Tierquälerei hat
sogar noch zugenommen" . Resignation. Dabei hatten seine Mitkämpfer,
Professoren, Journalisten, sogar der ein oder andere Politiker, auf Stern
weiterhin gezählt. Und die Grünen hätten ihn noch so gern als Gallionsfigur
gewonnen. Schließlich war Stern in den 80er Jahren davon überzeugt, dass künftig
nicht die Farben Schwarz und Rot, sondern die Farbe Grün die Politik
mitbestimmt. Aber Stern musste erfahren, wie wenig selbst ein TV-Star trotz
eines Millionenpublikums bewirken kann. Und er zitierte Picassos Kollegen
Georges Braques: "Die Beweise ermüden die Wahrheit" . Fortan sprach auch er von
der ermüdeten Wahrheit. Über die Zeitschrift "Natur" versuchte er, als
Herausgeber, in den 80er Jahren erneut, die Gesetzgebung zu beeinflussen, den
Politikern Materialien zu liefern für bessere Gesetze, zugunsten der Natur. Das
Ansinnen wurde zwar begrüßt, aber nicht befolgt. Stern zog sich zurück, lebte
grummelnd und grollend in Irland und brillierte erneut, diesmal als Literat
("Mann aus Apulien" ). Heute lebt er in Passau, nahe dem Bayerischen Wald, für
dessen Status als Naturschutzgebiet er sich schon immer eingesetzt hatte. Dieses
mit Erfolg. Und das muss doch selbst einen illusionslosen 85-Jährigen froh
stimmen.
Adolf Theobald (74) hat 1959 "Twen" gegründet, erfand
das Wirtschaftsmagazin "Capital" und war Chefredakteur von "Geo" und "Natur" .
Dort hat er mit Stern zusammengearbeitet.
Gelber Asiatischer Marienkäfer verdrängt roten Siebenpunkt-Maikäfer
Andreas Braun, 10.10.2007
Umgegrabene Wiesen, angeknabberte Maiskolben
und unterhöhlte Weinbauterrassen: Nachdem der Dachs in den 1960er-Jahren fast
ausgestorben war, ist er seit einigen Jahren wieder vermehrt anzutreffen.
Während in einigen Gemeinden des Landkreises lediglich immer mehr Dachse
gesichtet werden, richtet das nachtaktive Tier in anderen, wie beispielsweise in
St. Peter, richtigen Schaden an.
Der Dachs war in den 1960er-Jahren ein äußerst seltenes Tier geworden. Zur
Bekämpfung der Tollwut seien damals auf behördliche Anordnung Fuchsbauten begast
und damit auch vor allem den baubewohnenden Dachsen geschadet worden, sagt
Ekkehard Ophoven, Presse-Obmann der Jägervereinigung Freiburg. Die relativ kurze
Dachsjagdsaison von Anfang August bis Ende Oktober sei ein Relikt aus der Zeit,
als der Dachs noch ein seltenes Tier war. "Das hat keinerlei wildbiologische
Gründe" , erklärt Ophoven. In den vergangenen 15 Jahren habe sich die
Dachspopulation wieder erholt - die kurzen Jagdzeiten seien geblieben.
Mittlerweile machen sich die Dachse in der Landwirtschaft sehr bemerkbar. Als
Platz für ihre Bauten wählen sie bevorzugt den weichen Löss und untergraben so
Böschungen und Weinberge. Für Winzer, die ihre Terrassen mit schweren Maschinen
bearbeiten, kann dies lebensgefährlich sein. Sie graben aber auch in Wiesen auf
der Suche nach tierischer Kost wie Engerlingen trichterförmige Löcher oder
knicken Maispflanzen um, um die milchreifen Kolben anzuknabbern, sagt Ophoven.
"Ich erinnere mich an einen Fall, da haben die Dachse so in einer Wiese
herumgegraben, da mussten wir mit Schlepper und Minibagger kommen" , erinnert
sich Norbert Ruf, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft St. Peter. Keine
ungefährliche Angelegenheit für die Landwirte: "Bei Grünland mit einer
Hangneigung ab rund 25 Prozent kann der Schlepper durchaus umkippen, wenn er in
größere Löcher fährt", sagt Ruf. Um die Dachspopulation in Grenzen zu halten,
beantragt die Jagdgenossenschaft seit sieben Jahren jährlich eine Verlängerung
der Jagdzeit auf Jungdachse. Wird dieser Antrag bewilligt, darf der
Dachsnachwuchs bereits ab dem 1. Juli bejagt werden. Die zuständige Behörde im
Landratsamt gewährt den Antrag nur, wenn "konkrete Schäden nachgewiesen werden
können" , erklärt Landratsamts-Pressesprecher Stefan Haines.
Neben St. Peter wurde nur noch Merdingen eine Schonzeitverkürzung gestattet. Die
Gemeinde Merdingen hat es vor drei Jahren besonders hart getroffen: Eine
asphaltierte Straße wurde von Dachsen untergraben und bekam deutliche Risse.
"Wir mussten die Straße teuer sanieren lassen" , erklärt Michael Baumann,
Hauptamtsleiter der Gemeinde. "Seither achten wir mit Argusaugen darauf, dass so
etwas nicht wieder passiert." Die Probleme mit dem Dachs halten sich momentan in
Grenzen, wie der Merdinger Hauptamtsleiter sagt, doch die Dachse machten immer
wieder Versuche zurückzukehren. "Vereinzelt melden sich immer wieder Landwirte
und sagen, dass ihnen die Reben abrutschen" , sagt Baumann.
Den Gemeinden im Dreisamtal hingegen wurden bislang keine gravierenden Probleme
mit Dachsen gemeldet. Franz Gremmelspacher, Mitarbeiter der Gemeinde Stegen
beispielsweise seien zwar vereinzelt Dachsknabbereien in Maisfeldern bekannt,
"aber wir haben keine Probleme, und wenn, dann gehört’s zur Natur dazu."
Isabella Denk ,
9.8.2007, BZ
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© by freiburg-schwarzwald.de, Update 08.08.10