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Info zu unserer Buch-Seite. Auf guet alemannisch: "Wer schribt, der blibt!"

Blick nach Norden vom Batzenberg über Ebringen zum Schönberg am 19.10.2008 - Goldener Oktober
Blick nach Norden vom Batzenberg über Ebringen zum Schönberg am 19.10.2008 - Goldener Oktober 

 

Autorenlesung Isabelle Müller: Phönix Tochter - eine (Über-)Lebensgeschichte

Eine (Über-)Lebensgeschichte:
Missbrauch - das Schlimmste was einem Kind widerfahren kann


In ihrem Debüt "Phönix Tochter" schreibt sich Isabelle Müller ihre Vergangenheit von der Seele. Die 1964 im französischen Tours als Isabelle Gaucher geborene Autorin hat als Tochter einer Vietnamesin, welche ihrem grausamen Schicksal durch Heirat mit einem französischen Besatzungssoldaten in ein Leben in Frankreich entkommen war, viel mitgemacht. Aufgewachsen in der Unterschicht, erlebte sie,
wie die Mutter als Asiatin verachtet wurde und mit ihren fünf Kindern ums tägliche Überleben kämpfte.
Von ihrer unglücklichen Jugend und dem Jahre langen Missbrauch durch den Vater bis hin zu ihrer Befreiung und ihrem Umzug nach Deutschland erzählt die heute 45-Jährige in einer fast kindlichen Diktion, die das Grauen, das Müller erlebt haben muss, umso schrecklicher macht.

"Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen", dies ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint.
Loan heißt "Phönix"*, und wie dieser steigen Mutter und Tochter immer wieder aus der Asche auf! Die Buchhandlung Sillmann lädt zu dieser außergewöhnlichen Autorenlesung mit einer bemerkenswerten Frau herzlich ein:

Donnerstag, den 11. März 2010
20.00 Uhr
in der Emmendinger Buchhandlung Sillmann
Theodor-Ludwig-Straße 26
Unkostenbeitrag: € 5.-

*Phönix Tochter, dessen Titel auf den Vogel Bezug nimmt, der in der altägyptischen Mythologie immer wieder aus der Asche aufsteigt, ist ein bemerkenswertes Buch über eine beeindruckende Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt.

Isabelle Müller arbeitet seit 1985 in Deutschland als Dolmetscherin und Übersetzerin. 1990 machte sie sich als Kunsthändlerin selbständig und lernte auf zahlreichen Asienreisen ihre vietnamesischen Wurzeln sowie die meisten Schauplätze aus dem Leben ihrer Mutter Dau-Thi-Cuc, genannt Loan, kennen. Isabelle Müller ist mit einem Deutschen aus Waldkirch verheiratet und hat zwei Kinder.
Das Buch "Phönix Tochter - Die Hoffnung war mein Weg" , 288 Seiten, 17,95 €
ist im Krüger Verlag / S. Fischer Verlage erschienen.
Nach der Lesung können Interessenten das Buch signieren lassen.

8.3.2010, Ute Schulz-Jacob, erhard-schulz at t-online.de

 

37 Prominente schreiben über das Freiburger Münster

Der Gelehrte Wilhelm von Humboldt preist 1813 den Turm als himmlischen, regelmäßigen, von edelsten Zierraten umgebenen Saal. Jakob Burkhardt dichtet 1869: "Der Dom taucht in die blaue Nacht hinauf als dunkle Felsenwand – wer gab ihm diese Zauberpracht?" Felix Mendelsohn Bartholdy schwärmt: "Etwas Schöneres ist mir nie vorgekommen", und Henriette Feuerbach findet ein schönes Bild für eine ähnliche Begeisterung: "Das Münster übrigens ist selber halbe Musik." Victor Hugo, Walter Benjamin, Oskar Kokoschka und viele andere sind hier vertreten – und ganz zum Schluss als Sahnehäubchen auch noch Ursula Saß Lieblingsstück: Ein Zitat aus "Herr Jakobi und die Dinge des Lebens" von der jungen Freiburger Autorin Annette Pehnt.
Alles von lit vom 8.12.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/prominente-schreiben-ueber-das-freiburger-muenster

"Das Freiburger Münster aus der Sicht prominenter Besucher",
Ursula Saß,
Ehefrau des langjährigen Münsterbaumeisters Manfred Saß
Kunstverlag Josef Fink, 2009, 14,80 Euro  

 

Neues Kaiserstuhl-Buch: 400 Seiten ehrenamtliche Fachbeiträge, Bilder

"Ich kann mich an den tollen Aufnahmen in dem Buch gar nicht satt sehen", lobte der Regierungspräsident Julian Württenberger das Werk. Für ihn habe die Monographie über den Kaiserstuhl einen besonderen Wert, betonte er bei der Präsentation im Staatsweingut Blankenhornsberg. Vor 20 Jahren hatte das Regierungspräsidium zum letzten Mal ein Buch über den Kaiserstuhl veröffentlicht. Mittlerweile sei die Erkenntnis über die Landschaft gewachsen und es gebe viele neue, interessante Projekte, betonte er. Insgesamt 4 Jahre arbeiteten Experten an den Fachbeiträgen zur Geologie und zur Erdgeschichte, zu Gesteinen und Mineralien, an Texten zur Vegetation und zur Tierwelt, zum Naturschutz sowie zur Landschaftspflege.

Als Autoren wirkten Rainer Goschopf, Odwin Hoffrichter, Angelika Kobel-Lamperski, Jörg-Uwe Meineke, Bernd Jürgen Seitz, Franka Staub, Eckhard Villiger, Otti Wilmanns und Wolfhard Winnenauer mit. Für die Fotos waren vor allem Helga und Kurt Rasbach verantwortlich.


Um das Projekt überhaupt zu ermöglichen, arbeiteten die Autoren größtenteils ehrenamtlich an den Fachbeiträgen. Zudem förderte die Stiftung Naturschutzfond beim Ministerium für Ernährung und ländlicher Raum das Projekt mit 15 000 Euro. Auch die Lektorin des Thorbecke-Fachverlags, Daniela Naumann, freute sich über die Veröffentlichung. Ein gutes Werk, wie das Kaiserstuhlbuch, das vor allem für ein naturkundlich interessiertes Publikum verfasst worden sei, brauche Zeit, sagte sie.

"Der Kaiserstuhl - Einzigartige Löss- und Vulkanlandschaft am Oberrhein" , 400 S., 2009
Thorbecke-Fachverlag, 29,90 Euro,
 ISBN 978-3-7995-0839-1

 

Buchhandlung Hall: Raupe Nimmersatt und Kitas

Kindern die Bücherwelt näher bringen – das haben sich Ingeburg und John Hall zur Aufgabe gemacht, die mit ihrer Buchhandlung im vergangenen Jahr von Kirchzarten an den Dorfplatz in Littenweiler gezogen sind. Zum 40. Geburtstag des Kinderbuchklassikers "Die kleine Raupe Nimmersatt" findet derzeit eine besondere Aktion statt: Kindergärten, die Papiermodelle der Nimmersatt-Raupe gebastelt haben, können diese im Verkaufsraum aufhängen und dabei die Handlung des Buches nachspielen. Das bekommt die Kita dann geschenkt.

Auch die Kinder der "Rappelkiste" haben sich an der Aktion beteiligt und ihre selbst gefertigte Raupe vor wenigen Tagen vorbeigebracht. "Die Bastelei hat mir riesigen Spaß gemacht", sagte die fünfjährige Merle Penkwitt bei der Übergabe des kleinen Kunstwerks. Das anschließende Raupenspiel mit einer großen Stoffraupe fand sie ebenfalls ganz toll. Für Erzieherin Anja Löffler war der Ausflug zur Buchhandlung von besonderem Wert: "Die Kinder lernen dabei ja auch, wie eine Buchhandlung funktioniert und was der Unterschied zu einer Bücherei ist", meinte die Gruppenleiterin.
"Die ,Raupe Nimmersatt’ bietet einfach viele Möglichkeiten", erklärt Ingeburg Hall: Mit Hilfe des im Pop-Up-Stil gehaltenen Buches könnten die Kinder Zahlen, Farben und Formen erlernen und dabei zugleich etwas über die Geschehnisse in der Natur erfahren. Dass die Idee ankommt, davon zeugen bereits mehrere Papierraupen, die an der Decke des Ladens hängen: "Die längste ist 28 Meter lang und wurde von den Kleinen des Sankt-Barbara-Kindergartens gebastelt", freut sich Hall. "Gerade in der heutigen Zeit ist es eine wichtige Aufgabe, Kinder zur Beschäftigung mit Büchern anzuregen", findet Ingeburg Hall. In ihrer Buchhandlung, die sie seit Mai 2008 mit ihrem aus England stammenden Mann John und einer weiteren Mitarbeiterin am früheren Standort der Volksbank in der Sonnenbergstraße 1 betreibt, bilden Kinder- und Jugendbücher denn auch einen Schwerpunkt. Auf den insgesamt 100 Quadratmetern finden Leseratten aber auch alles andere, was zu einer Buchhandlung gehört: Anspruchsvolle Belletristik ebenso wie fremdsprachige Literatur oder zahlreiche Geschenk- und Papeterie-Artikel. Jedes lieferbare Buch kann über Nacht besorgt werden. Wert legt das Ehepaar Hall auf persönlichen Kundenkontakt und eine gemütliche Atmosphäre im Stil einer Kaffeebar: "Bei uns kann man mit einem Cappuccino in aller Ruhe in Büchern stöbern", sagt John Hall. "Während meiner Lehre in Bonn hatte ich eine Ausbilderin, die aus Freiburg kam und immer von dieser schönen Stadt geschwärmt hat", sagt die Buchhändlerin, die zwischenzeitlich auch Inhaberin zweier Buchhandlungen am Tegernsee war. Vor knapp neun Jahren hätten sie sich dann entschieden, sich im Breisgau anzusiedeln und eine Buchhandlung in Kirchzarten-Birkenhof zu eröffnen, die mit dem Betrieb einer Postagentur verbunden war. "Wir wollten aber die Bücher stärker in den Mittelpunkt unserer Tätigkeit stellen", erläutert Ingeborg Hall. Aus diesem Grund haben sie sich vor rund einem Jahr für den Umzug nach Littenweiler entschlossen.
Auch Martin Kotterer, Vorsitzender des Bürgervereins Littenweiler, freut sich über das Engagement der Halls, die den Mut gehabt hätten, in Littenweiler etwas Neues aufzubauen: "In letzter Zeit sind ja einige Geschäfte aus dem Ortskern verschwunden", so Kotterer. Das Beispiel der Buchhandlung Hall zeige jedoch, dass auch gegenläufige Entwicklungen möglich seien.
Andreas Braun, 6.4.2009

 

 

Eine Pfarrerin im Libanon - Friederike Weltziens Erfahrungsbericht

Verbrechen wie Ehrenmorde schockieren hierzulande eine ganze Gesellschaft, in der jedes Verständnis für solche Taten fehlt. Dass es aber Länder gibt, in denen es, wenn zumindest keine juristische, doch aber eine moralische Rechtfertigung dafür gibt, erscheint aus der Perspektive des aufgeklärten Abendländers unglaublich.

Friederike Weltzien verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit im Libanon. Ihr Vater hatte einen Ruf an die Amerikanische Universität in Beirut erhalten, und die Familie übersiedelte in den Nahen Osten. Gemeinsam mit ihren Geschwistern besuchte sie die Deutsche Schule. Schon in dieser Zeit bekam sie einen Einblick in das Leben in Beirut, besonders in die Rolle der Frau in einer islamisch-archaischen Gesellschaft. Nach ihrem Studium in Deutschland kehrte sie zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern zurück. Gemeinsam leitete das Ehepaar dort bis zum Sommer 2008 die evangelische deutschsprachige Gemeinde. Ihr Buch ist eine persönliche Bilanz ihrer Arbeit und ihrer Zeit im Libanon.
Wer sich nicht gleich von der reißerischen Überschrift abschrecken lässt und sich auch noch durch die etwas melodramatisch anmutenden ersten Kapitel durchkämpft, kommt in den Genuss einiger interessanter Geschichten. Weltzien erzählt aus der Position einer Insiderin über das Leben und die Gesellschaft im Libanon. Der Schwerpunkt ihrer Berichte liegt auf dem Thema der häuslichen Gewalt. So zieht sich auch der Kampf gegen Ehrenmorde und Kindesentführungen von Vätern, meist aus Ehen mit europäischen Frauen, als roter Faden durch ihr Leben. Sie berichtet von den Schicksalen in Not geratener Frauen, denen sie durch ihre Arbeit begegnet ist. An diesen Stellen spürt der Leser die wachsende Verbitterung, wenn Weltzien zu helfen versucht, es aber nicht immer schafft. Die Frauen, um die es in den einzelnen Kapiteln geht, werden oftmals am Anfang nicht vorgestellt. Sie tauchen überraschend auf, was mitunter verwirrt. Durch die retrospektive Erzählweise entstehen dazu noch Zeitsprünge, die nicht immer leicht nachzuvollziehen sind. Auf der anderen Seite wird mit detaillierten, fast schon liebevollen Landschaftsbeschreibungen ein Bild des Libanon vermittelt, das so gar nicht zu dem vorher Erzählten passt. So entsteht der Eindruck einer Hass-Liebe, einer fast schon schizophrenen Beziehung der Autorin zum Libanon.
Benedikt Pichotka, 23.9.2008, BZ

Friederike Weltzien: Warum musstest du sterben, Fidaa? Gottes Dienst und Ehrenmord. Ein Bericht aus Beirut. Herder Verlag, Freiburg 2008. 238 Seiten, 19,95 Euro.
Die Autorin liest am 24. September um 20 Uhr in der Kirchzartener Bücherstube, Kirchzarten, Freiburger Straße 6.

 

Wandererlebnis Kaiserstuhl-Tuniberg - Buch von Thomas Coch

Wer sich schon einmal im Odenwald, um nur ein relativ naheliegendes Beispiel zu nehmen, beim Wandern oder Mountainbiken verirrt hat, weiß die Beschilderung im Schwarzwald oder am Kaiserstuhl erst richtig zu schätzen. Besonders der Kaiserstuhl ist mit seinen Themenpfaden und informativen Schildern so gut markiert, dass man sogar ganz ohne Karte wandern oder spazieren kann. Kann man, sollte man aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Karte in einem Wanderführer steckt, der auf 146 Seiten nicht nur über die acht Themenpfade, sondern auch über die lokalen Wanderwege, über Fauna und Flora, Geologie und Beschilderung informiert. Und dankenswerterweise auch die Lösungen für die naturkundlichen Fragen auf den Thementafeln verrät. Weil der Kaiserstuhl nicht allein auf weiter Flur steht, enthält der Führer auch noch Wandermöglichkeiten am Tuniberg und am Nimberg. So lässt sich aus den großen Themenpfaden, aus den lokalen Wegen und den Abstechern in die Nachbarschaft
eine schier unerschöpfliche Zahl von individuellen Touren kombinieren. Wozu man dann allerdings doch die Karte mitnehmen sollte oder besser gleich den rundum empfehlenswerten Führer.
rm, 23.5.2008

Thomas Coch, Wandererlebnis Kaiserstuhl-Tuniberg, herausgegeben vom Kaiserstuhl-Tuniberg-Tourismus, Breisach, Vertrieb über mapsolution, Karlsruhe, 146 Seiten mit zahlr. Farbfotos und einer Wanderkarte, 14,80 Euro

 

Zehn Märchen zum Rätseln

Die gesuchten Märchen anläßlich der Erzählnacht sind:
1. Frau Holle; 2. Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
3. Die Bremer Stadtmusikanten; 4. Schneewittchen
5. Tischleindeckdich, Goldesel und Knüppelausdemsack; 6. Aschenputtel
7. Der süße Brei; 8. Rumpelstilzchen
9. Der Froschkönig und 10. Rapunzel.

Erzählnacht am 1.3.2008 in Stadtbücherei - Zehn Märchenrätsel >Maerchen (29.2.2008)

 

Katzegrabschtai - Erzählband von Carola Horstmann

Gabriele Hauger und Ursula König befragten Carola Horstmann
  Vor kurzem erschien Ihr erstes Buch, der Erzählband „Katzegrabschtai“ mit 22 Kurzgeschichten. Wieso schreiben Sie in alemannischer Mundart? Und: Wie kamen Sie generell zum Schreiben? Wenn ich mit der zweiten Frage anfangen darf: das waren vor ca. 10 Jahren meine Kindheitserinnerungen, die ich aufgeschrieben habe: da kam eins zum anderen, standen längst vergessene Personen plötzlich leibhaftig neben mir, und ich brauchte nur noch zu beschreiben, was ich da sehe. Das war sehr reizvoll und spannend. In „katzegrabschtai“ habe ich mich aber nicht nur auf das reine Erinnern verlassen, sondern manches neu erzählt. Zur ersten Frage: das Schreiben im Dialekt war eigentlich nur eine logische Folge dieses Eintauchens in die Kindheit, denn meine Kindheit und der Dialekt sind eins. Aber natürlich schreibe ich auch anderes. Wie wichtig ist für Sie der Erhalt des Dialekts? Sehr wichtig. Gleichzeitig sehe ich, dass sich da nichts erzwingen lässt. Wenn der Dialekt nicht mehr die „Sprache der Mutter“ ist, kann man ihn nicht jemandem nachträglich verpassen, wie das z.B. im Elsass versucht wird. Die strengen sich dort unglaublich an, damit der Dialekt nicht verschwindet. Elsässisch als echte „Muttersprache“ wird es aber für die jungen Franzosen in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Es ist die Sprache der Großväter und Großmütter geworden. Was man tun kann, rechts und links des Rheins, ist  die Sensibilität für die Besonderheiten und die Schönheit des Dialekts zu wecken und ihn wieder attraktiv auch für junge Leute zu machen. In diesem Punkt haben es die Schweizer gut: den Dialekt braucht man dort gar nicht erst groß zu akzeptieren, er ist einfach selbstverständlich.   Um was geht es in den Geschichten aus „Katzegrabschtai“? Gibt es überhaupt eine thematische Klammer? Es gibt in den Texten verschiedene Perspektiven, in denen sich der Leser wieder finden kann, etwa im Blick des Kindes: seine Betrachtungsweise, seine Mittel, sich gegen die Welt der Erwachsenen (in den 50-iger Jahren) zu behaupten. Oder die Perspektive der erwachsenen Frau auf das Kind, das sie einmal war oder auf das junge Mädchen. Die kleine Stadt Zell im Wiesental ist zu erkennen, in der ich groß geworden bin mit Fasnacht und Schwanenweiher oder den italienischen Gastarbeitern. Andere Texte sind weniger rückwärts gewandt und bewegen sich im Heute. Das Verbindende, die Klammer in „katzegrabschtai“ ist der Dialekt. Und ich hoffe natürlich sehr, auch der Humor! Dialekt ist für mich ohne Humor sowieso nicht denkbar.
 
Schreiben im Dialekt bedeutet für Sie den Bogen in die Kindheit zu spannen. Werden die eigenen Wurzeln mit den Jahren  wichtiger? Ja, ich glaube, das hat ganz stark mit dem Älterwerden zu tun. Am Ende bieten Sie dem Leser ein Glossar mit Übersetzungen von aane/hin über Kefi/Käfig bis Züg/Zeug. Dennoch: Ist Ihr Buch überhaupt für Nicht-Alemannen lesbar? Das hoffe ich doch sehr! Aber es verlangt natürlich  einiges, das gebe ich zu. Es sind auch immer etwas besondere Leser, die sich auf dieses Abenteuer einlassen. Andererseits: Wenn ich wieder einmal erlebe, wie sich Altsprachler um das richtige Verständnis eines lateinischen Textes streiten können, stelle ich mir genau so etwas für meine Texte vor: dass da ein paar ebenfalls nicht locker lassen, bis man sich einig ist über die beste „Übersetzung“. Das wäre schön!
„Die Oberbadische“/Regio-Kultur, vom 15.2.08  

 

 

Hajo R. Loch dichtet in Peter Hebels Mundart

Dem "Faust" hat er schon ein alemannisches Gewand gestrickt. Die Bergpredigt und einige Gleichnisse Jesu hat er in die südbadische Muederschprooch übersetzt. Und jetzt hat Hajo R. Loch den Dialekt auch reimend beim Wort genommen. "Durch ’s Johr dure" nennt der 68-jährige pensionierte Lehrer seine "Alemannischi Gedicht" im Jahreslauf: vom Iismond im Januar bis zum Julmond im Dezember — und darüber hinaus bis zu jenem Abschnitt des Lebens, "wenn’s z’ Endi goht" .

Vierzig Jahre lang hat Hajo R. Loch im Wenzinger Gymnasium Deutsch unterrichtet. Und beherrscht dennoch bis heute auch die kantige und klangvolle Mundart des Wiesentals, wie sie einst der Dichter Johann Peter Hebel ebenfalls sprach. Ein Lebenselixier sozusagen. Denn, macht der Freiburger deutlich: "Muederschprooch isch unsri Heimet, unser Huus" . Gerade in einer Zeit des Wörtermülls schätzt er am Dialekt, dass er "gradus, nit um zehtausig Ecke" redet, sondern die tiefsten Gründe des Herzens, der Seele aufdeckt. Und so gewinnen die Gedichte - begleitet von eigenwilligen Bildern des Lörracher Künstlers Rainer Gdanietz - in dieser Mundart eine eindrückliche Lebendigkeit, selbst wenn’s um den Tod geht. Anders als die auf Hochdeutsch gefügten Reime, die der Pensionär den alemannischen Gedichten noch als Dreingabe beigefügt hat. Leider. Das vielen Zugereisten Fremde der Alemannischen nämlich schafft bei Hajo R. Loch eine vertrautere Nähe zum Leben als die eher holprig gedrechselte Hochsprache. Dabei lässt er selbst in dem 88 Seiten starken, von der Freiburger Gutenbergdruckerei schön aufbereiteten Buch keinen Zweifel an den Vorzügen der Muederschprooch: "Si will erscht gar nit d’ Wohret hintrem Gschwätz verschtecke."
gmk, 30.1.2008, BZ

Hajo R. Loch: "Durch ’s Johr dure" , 88 Seiten mit Bildern von Rainer Gdanietz, in Freiburger Buchhandlungen, 18 Euro.

 

Buch für Kinder von 1 bis 6: Die Schneeflockenballerina
 

Waltraud Maurer und Thomas Zipfel
Bild: Antje Steil

 

Vergangenen Donnerstag wurde im Foyer der Sparkasse Kirchzarten das Kinderbuch „Die Schneeflockenballerina“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Besonderheit: Sowohl der Text wie auch die Bilder stammen von zwei einheimischen „Urgesteinen“.
Waltraud Maurer ließ sich im Winter 2004 bei einem Schnee-Spaziergang vom Tanz der weißen Flocken zu einer fantasievollen und hinreißenden Geschichte inspirieren. Um ihre Figuren zum optischen Leben zu erwecken, fragte sie bei Thomas Zipfel an, der durch seine Illustrationen über die Grenzen des Dreisamtals hinaus bekannt ist. Er sagte zu und so entstand dieses bezaubernde Werk, das „Kindern von 1 bis 6 Jahren Freude machen soll“. Wer also ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht… - zu bekommen ist das Buch u. a. in der Kirchzartener Bücherstube.
Antje Steil, 15.11.2007, www.dreisamtaeler.de

 

Schwarzwaldgeschichten des Freiburger Schriftsteller Jürgen Lodemann

Der Schwarzwald: Ort für Mythen und Märchen, Brauchtum und Folklore, Bollenhut und Bauernhofidylle. In den von ihm zusammengetragenen "Schwarzwaldgeschichten" räumt Jürgen Lodemann mit jeder Feldbergromantik — wie es scheint: für immer — auf. Der Schriftsteller und Mythenkenner ("Siegfried und Krimhild" ) stammt aus dem Ruhrgebiet, aus Essen, und scheint sich den dort gewonnenen Blick für die soziale Realität der Arbeitswelt trotz eines jahrzehntelangen Lebens in den schmucken Dienstleistungsstädten Freiburg und Baden-Baden (wo er Redakteur beim SWF war) bewahrt zu haben.

So will diese Sammlung weniger als literarische Erkundung einer Landschaft denn als sozialhistorischer Streifzug durch eine Region verstanden werden — unter jener kritischen Perspektive, die man vom 1848er- und Lortzing-Experten Lodemann erwarten darf. Nicht zufällig endet der Band (fast) mit einigen wütenden Gesängen des ehemaligen Wyhl-Aktivisten Walter Mossmann — und beginnt geradezu programmatisch mit Wilhelm Hauffs Geschichte "Das kalte Herz". Damals war der Schwarzwald noch weit entfernt von jener Wander- und Wellnessoase, als die er sich heute aus touristischen Gründen gern ausgibt. Bert Brecht wusste noch von Kälte, Kargheit und Armut: "Es schreien die Wälder vor Kummer / Von Frost und Oststurm zerstört" heißt es in seinem Gedicht "Die Schwarzen Wälder" . Lodemann ist vor allem interessiert an "Nachrichten von unten" , wie ein kurzes Stück (unter vielen kurzen) von Wolfgang Duffner betitelt ist. Auch der konservative Heimatdichter Heinrich Hansjakob hat solche volksnahen Erzählungen ("Freiburgs Nachtkönig" ) geliefert — und war doch zugleich, wie Lodemann sich mit ungebrochener aufklärerischer Verve zu zeigen anheischig macht, von kruder antisemitischer und frauenfeindlicher Gesinnung. Man erfährt in diesem Band, der Große der Literaturgeschichte wie Goethe, Grimmelshausen, Hebel, Twain und Hemingway mit Schriftstellern der Region vereint, auch einiges über die Industrialisierung des Schwarzwalds. Eins der schönsten Stücke stammt von Otto Jägersberg. In erfrischend lakonischem Ton berichtet er vom sagenhaften Aufstieg des Schreinersohns Max Himmelheber, der sich in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg fruchtbringende Gedanken darüber machte, wie die Holzabfälle der kleinen Möbelfabrik seines Vaters einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden könnten: Er erfand die Spanplatte. Und weil dieses Kunstholz die logische Folge der Fichtenmonokulturisierung des einstigen Mischwalds ist, kommt Jägersberg zu dem nicht abweisbaren Schluss: "So gesehen ist der Schwarzwald tendenziell Spanplatte." Schön sind auch die Reiseberichte der Herren Hemingway und Twain. Wie es ihre Art ist, halten sich diese Amerikaner im Schwarzwald nicht lange bei der Vorrede auf. Mark Twain fallen besonders die Misthaufen ins Auge; je größer der dampfende Klumpen vorm Haus, desto reicher der Besitzer, glaubt er. Hemingway sieht sich in irgendeinem "Rössle" einer geradezu erschütternd brüsken Unfreundlichkeit der Eingeborenen gegenüber, die sich auch mit der weithin bekannten Verschlossenheit des Schwarzwälders kaum mehr erklären lässt. Ja, es ist eine raue Gegend, wie man auch Susanne Fritz’ Erinnerungen an ihre Heimatstadt entnehmen kann, in der die Selbstmordrate so hoch sein soll wie sonst nirgendwo — was unlängst erst freilich wieder einmal von offizieller Seite aus bestritten wurde. Fritz gibt auf solche Statistiken ohnehin nichts. "Was kümmert es den zum Tode Entschlossenen, dass man unweit von ihm ein weiteres Opfer finden wird?" Wohl wahr. Lodemann selbst steuert zwei Texte aus dem reichen Schatz seiner Baden-Badener Erfahrungen bei. Dass selbst Rudi Dutschke sich 1968 einmal in die verschlafene Kurstadt verirrt hat, die Gelegenheit natürlich auch dort zur Agitation nutzte — wie ein "Rattenfänger zu Baden" , liest man mit einer gewissen Heiterkeit. Und die Lichtentaler Allee, ja Himmel, so eine berühmte Straße, und wer an den hundertundzwanzig Bäumen schon alles entlang gewandelt ist. Die Rettung der Literatur fällt Christoph Meckel und Marie Luise Kaschnitz zu. Meckel erinnert sich in kraftvollen Farben an die durch den Krieg erzwungenen Ferien im Schwarzwald, die Kaschnitz begibt sich mit hintergründigem Humor übers "Nebelmeer" . Ein insgesamt schöner Beitrag zur Rubrik "Kritische Heimatliebe" .
Bettina Schulte, 29.9.2007, www.badische-zeitung.de

Jürgen Lodemann (Hg.): Schwarzwaldgeschichten. Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen 2007. 304 Seiten, 19,90 Euro.
Jürgen Lodemann , Otto Jägersberg, Susanne Fritz und Walter Mossmann lesen am 1. Oktober um 19.30 Uhr im SWR- Funkhaus in Freiburg, Kartäuserstraße.


 

Biografie Stube in Stegen gibt ihr erstes Kinderbuch heraus

„Maggie Maulwurf und ihr Traum vom Geigenspiel“ heißt die Geschichte, die nicht nur kleine Leser mit einer klaren, einfachen Sprache und mithilfe liebevoll und bis ins Detail ausgestalteter Illustrationen in ihren Bann zieht. Die Autorin Traudl Schmitt, Jahrgang 1935, hat die Geschichte mithilfe einer begabten Illustratorin in Wort und Bild umgesetzt. Das Schreiben bedeutet der Wurmlingerin viel. Ein befreundeter Literaturlehrer aus Zentralafrika nahm die ehemalige Sekretärin nach dem Tod ihres Mannes an die Hand und half ihr, ihr eigenes Erleben und ihre Phantasie in Worte zu fassen. „Ich habe mich mit der Schreiberei ganz bewusst auf die letzte Strecke meines Lebens eingestellt“, sagt die 72-jährige heute und hat so gelernt, die Leere zu überwinden und ihrem Le­ben einen neuen Sinn zu geben. Mit Erfolg. In ihrer Heimat ist Traudl Schmitt in Schulen und bei besonderen Anlässen inzwischen eine beliebte Erzählerin. Dass ihr erstes Buch „Maggie Maulwurf“ nun im Oktober sogar auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wird, erfüllt sie mit besonderem Stolz.
27.9.2007, www.dreisamtaeler.d

Erhältlich ist die Geschichte vom kleinen Maulwurfsmädchen für 7,95 € unter der ISBN-Nummer 978-3-00-021903-0 in jeder Buchhandlung. Oder direkt unter:
info@biografiestube.de ,Tel 07661/9 92 77, www.biografiestube.de


Freiburger Kursbuch in neuer Ausgabe erschienen

Juni 2007 - Freiburg ist nicht nur wegen seiner besonderen geografischen und klimatischen Vorzüge bekannt - in kaum einer anderen Stadt gibt es eine derartig aktive und lebendige Gemeinschaft von Kursanbietern und Teilnehmern.

Bisher stellte sich für Kursanbieter und -suchende gleichermaßen die Frage, wie man zueinander findet. Nur durch Glück und Zufall konnte der passende Kursanbieter oder Kurs in einem der vielen Kleinanzeigenblätter, ausgelegten Flyer oder Aushänge gefunden werden. Dieses Problem löst das Freiburger Kursbuch, ein kombiniertes Branchen- und Kursverzeichnis, das nun erneut erschienen ist. Die gedruckte Ausgabe für das zweite Halbjahr 2007 liegt seit Juni überall im Freiburger Stadtgebiet zur kostenfreien Mitnahme aus. Die zuletzt erschienenen Ausgaben erhielten regen Zuspruch von Kursnehmern und Kursanbietern, so dass die 10.000 Exemplare jeweils innerhalb weniger Wochen vergriffen waren.

'K' auch Online
Alle Informationen der Printausgabe sind auch in einer Online-Ausgabe zu finden, in der die  Kursanbieter ihre Informationen jederzeit aktualisieren können und Kurssuchende somit stets die aktuellsten Kursinformationen finden. Durch diesen Service bleiben alle Informationen rund um Kursanbieter und Kurse auch nach Erscheinung der Printausgabe immer auf dem neuesten Stand. Dazu trägt nicht zuletzt eine spezielle Nachrichtenrubik bei: Wichtige und eilige Informationen zu Kursänderungen werden hierin veröffentlicht.

'K' informiert
Im neuen Freiburger Kursbuch finden sich übersichtlich gegliedert eine Vielzahl von Anbietern, die Kurse von A wie Arbeit & Beruf über Gesundheit, Sprachen, Tanz bis zu Y wie Yoga anbieten. In einer gesonderten Rubrik finden sich Informationen zu Anbietern von Kursräumen und Seminarhäusern.


'K' Printausgabe:
Handliches Format (17 cm hoch x 21 cm breit), durchgehend vierfarbig
3. Ausgabe, gültig vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2007
Gratis ausliegend im Freiburger Stadtgebiet
oder direkt bei: Siegfried Teuchert, Zirrus Verlag, Redaktion Freiburger Kursbuch
Komturstraße 1, 79106 Freiburg Tel. (0761) 2 92 46 38,
redaktion@freiburger-kursbuch.de


'K' Online-Ausgabe: www.freiburger-kursbuch.de
14.6.2007

 

Historisches Lesebuch: Freiburg und Volksbank

Anlässlich ihres 140-jährigen Geburtstages hat die Volksbank Freiburg das historische Lesebuch „Eine Bank wie keine andere“ veröffentlicht. Den Autoren Heinz Siebold und Dr. Dirk Schindelbeck ist es gelungen, die Geschichte der Bank mit der Geschichte der Stadt Freiburg zu verquicken und ein Buch zu verfassen, das keine trockene Chronik darstellt, sondern sich wirklich zu lesen lohnt.

Bild: Gisela Heizler-Ries

Die Freiburger Gewerbebank, wie sie bis zur Vereinigung mit der Raiffeisenbank hieß, wurde von Beginn an ihrem Namen gerecht, die Kreditbank des Handwerks und des Mittelstands zu sein. Mitglieder und Kreditnehmer stammten überwiegend aus dem Mittelstand. Die Geschichte der Bank ist somit auch ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung in Freiburg, die ab der „Ära Winter“ (1888 bis 1913) in Richtung der heutigen „Wohlfühlstadt“ mit touristischem und Dienstleistungscharakter ging und auf Industrieansiedlungen im großen Stil verzichtete. Die Chronik der Volksbank Freiburg erzählt die Geschichte einer Bank, die den Gründungsgedanken über schwierige Zeiten in die Gegenwart hinüberretten konnte. Kriege und Inflationen sowie die Gleichschaltung während des Dritten Reiches haben die Freiburger Gewerbebank in existenzielle und moralische Krisen gestürzt. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie wiederum eine wichtige Rolle für den Mittelstand gespielt und ist bei der Gründung von neuen Unternehmen maßgeblich beteiligt gewesen. Aus der Freiburger Gewerbebank entstand durch die Vereinigung mit der Raiffeisenbank Freiburg 1973 die Volksbank Freiburg. Mit der Raiffeisenbank Südlicher Schwarzwald in St. Märgen im Jahr 2000, der Kaiserstühler Volksbank in Endingen, 2002, und der Volksbank Hochschwarzwald und Titisee-Neustadt, 2003, dehnte sich die Volksbank weit in das Umland aus. In der Zentrale und in 40 Geschäftstellen arbeiten heute 550 Mitarbeiter. Die Bank gehört ihren fast 43.000 Mitgliedern, sie ist mit einer Bilanzsumme von über zwei Millarden Euro die viertgrößte Volksbank in Baden. In den letzten Jahren hat sich die Volksbank enorm weiter entwickelt“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Franz G. Leitner, bei der Präsentation der Chronik „dieses Buch ist zum richtigen Zeitpunkt erschienen um auch den Mitarbeiter ihre Wurzeln nahe zu bringen. Ihnen zu zeigen, dass sie stolz sein können, auf ihre Bank. Ein wertvolles Buch für unsere Mitarbeiter aber auch für alle an der Geschichte ihrer Stadt interessierten Freiburger.“

„Eine Bank wie keine andere“ ist gegen eine Schutzgebühr von 10.- Euro zugunsten der Stiftung „Solidarsinn Volksbank – Mitglieder helfen Mitgliedern“ in den Geschäftstellen der Volksbank erhältlich.
Gisela Heizler-Ries , 8.3.2007, www.dreisamtaeler.de

 

Ein Dichter am Ambo: Arnold Stadler im Münster

Im Münster ist er während seines ersten Lebens nie gewesen. Denn als er noch katholischer Priester werden wollte, lebte der aus Rast bei Messkirch stammende Schriftsteller Arnold Stadler in München. Nach Freiburg kam er später, um Theologie und Germanistik zu studieren. Also war sein Auftritt beim traditionellen erzbischöflichen Aschermittwochstreffen an Franz Gutmanns neu gestaltetem Ambo der erste öffentliche in der Bischofskirche.

So ganz konnte und wollte der Büchner-Preis-Träger von 1999 seine geistliche Herkunft an diesem Ort aber nicht verleugnen. Er zitierte aus seinen Psalmen-Übertragungen, die Ernst machen mit der rauen Schönheit dieser Texte. Und Stadlers Aschermittwochspredigt, die den Menschen ohne Wenn und Aber an seine Vergänglichkeit verwies, fügte sich verblüffend gut ein in das kantig schlichte Ensemble des Bildhauers. Eine Kirche, darauf wies Stadler hin, ist kein Museum — und ihr Mittelpunkt, der Altar, kein ästhetisches Schaustück. Die Theologen, sagte er bei Fastensuppe und Fischbrötchen in der Domsingschule, trauten sich heute nicht mehr, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Ein Satz, über den es nachzudenken lohnt. Der Autor, der mit einer autobiografischen Trilogie bekannt wurde und zuletzt ein schönes Buch über den Selbstmörder Adalbert Stifter vorgelegt hat, hat nach längerer Pause einen neuen Roman geschrieben. "Komm, gehen wir" erscheint im Mai. Im Juni wird Stadler an unheiligem Ort - im Theater - daraus lesen.
bs, 22.2.2007, www.badische-zeitung.de

 

Ulrich Beers neues Sachbuch über den Egoismus

Die Liste seiner Themen und Veröffentlichungen ist lang: Ulrich Beer hat über Beziehungen und ihr Ende geschrieben, über Eltern und Kinder, Krankheiten und Süchte, über Leben und Tod. Als Psychologe und Philosoph hat sich Beer die Sorgen und Nöte vieler Menschen angehört und immer wieder versucht, mit diesen Menschen und für sie Lösungen zu finden. Nichts Menschliches wird Beer, der am Sonntag 75 Jahre alt wird, fremd sein, — darauf verweist schon allein die Lebenserfahrung, die Beer in den 30 Jahren sammeln konnte, in denen er die ZDF-Serie "Ehen vor Gericht" kommentierte.

Zu Beginn seines neuesten Buches konstatiert der in der Schwarzwaldgemeinde Eisenbach lebende Beer nun fast überraschend gelassen, das "Unternehmen Weltverbesserung" scheine kläglich gescheitert. Zeugt diese Erkenntnis von Resignation, womöglich Zynismus oder lediglich von Realismus? Alles denkbar, denn Beer schreibt: "Die Moral, die Menschenliebe oder auch nur Menschenrechte fordert, pfeift gleichsam aus dem letzten Loch — die Nachrichten eines einzigen Tages können einen das lehren und jeder Illusion berauben." Doch "Der Bumerang-Effekt" ist kein resignatives, schon gar kein zynisches Alterswerk. Es ist vielmehr ein — so scheint es — in tiefer Gewissheit niedergeschriebener Appell an den Einzelnen, an sich zu denken - zunächst einmal sogar nur an sich!
Egoismus als Lebensstrategie — das kommt einem heute nicht unbekannt vor. Selbstbedienungsmentalität, Raffgier, Skrupellosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Lieblosigkeit — diese Schlagworte kommen in den Sinn; und vielleicht tauchen sogar einige passende Gesichter vor dem geistigen Auge auf. Wenn dem so ist, lohnt es sich laut Beer, genauer in diese Gesichter zu blicken. Denn seine in verständlicher Sprache und ohne oberlehrerhaften Duktus niedergeschriebene Analyse lautet: "Hass macht hässlich, Wut verzerrt, Habgier ruiniert, Lügen kostet Vertrauen, Neid macht arm".
Anhand von Rückgriffen auf frühere Denker wie Immanuel Kant ("Die Lüge ist die schlimmste Selbstverletzung der Seele"), mit vielen Beispielen und versehen mit konkreten Handlungsvorschlägen dröselt Beer seine These vom BumerangEffekt in 17 klar gegliederten Kapiteln auf. Im letzten Teil des Buches schließlich erläutert er noch einmal zusammenfassend, dass dieser Effekt sich eben auch im Positiven nachweisen lässt: "Wer Gutes tut, erweist es am meisten sich selbst. Wenn ich Liebe gebe, kehrt sie zu mir zurück." Die von Beer auch aus seinem christlichen Glauben motivierte "unendlich erweiterte Form des Egoismus" wird vielen Menschen einleuchten. Dass sie auch bereit sein werden, ihr Leben radikal zu ändern und neu auszurichten, bleibt wohl ein frommer Wunsch.
Heidi Ossenberg, 9.2.2007, www.badische-zeitung.de

Ulrich Beer: Der Bumerang-Effekt. Wie Sie negative Gefühle in positive verwandeln. Kreuz Verlag, Stuttgart, 2007. 218 Seiten, 19,95 Euro.

 

 

Fanfictions zur Harry-Potter-Reihe: Romantik

Keine andere Buchserie hat ihre Fans auf der ganzen Welt derart inspiriert: In zahlreichen Internetforen schreiben Harry-Potter-Fans Rowlings Geschichten hunderttausendfach fort — die Fanfiction hat sich zu einem eigenen Genre entwickelt. Basierend auf Rowlings Figuren und Handlungssträngen stellen Fans überall auf der Welt eigene Potter-Geschichten ins Netz. Einige der rund 250 000 Storys erreichen sogar Romanlänge, viele sind von bemerkenswerter Qualität. Manche ihrer Autoren, wie die New Yorker Journalistin Cassie Claire, Verfasserin der Draco-Trilogie, in deren Zentrum Harrys Erzfeind Draco Malfoy steht, genießen selbst Kult-Status unter den Fans.

Ein zentrales Thema der Fanfictions ist das so genannte shipping. Der Begriff ist abgeleitet von dem englischen Wort relationship (Beziehung) und bezeichnet die Ausgestaltung romantischer Verhältnisse zwischen den Hauptfiguren. Diese Beziehungen sind nicht ausschließlich heterosexueller Natur: So werden Harry Potter nicht bloß Liebschaften mit Hermine und Ginny, sondern auch mit Draco Malfoy angedichtet.
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Auf die Frage nach dem Ursprung der ständig wachsenden Schreibflut antwortet "georgieteddy" , die die Leitung des Potter-Archiv 2002 übernahm: "Man identifiziert sich beim Lesen sehr stark mit den Figuren und der Handlung, die man automatisch in der Phantasie weiterspinnt. Zum Schreiben ist es dann nur noch ein kleiner Schritt." Den Autoren geht es weder um Profilierung noch um Geld, auch das Archiv erhält keine Zuwendungen. "Das Wichtigste ist der Spaß an der Sache. Wir wollen, dass die Texte jemand liest und daran Vergnügen hat. Das reicht schon."
3.1.2006, www.suedkurier.de

www.hpffa.de
www.fanfiction.net

 

Bergpredigt auf Alemannisch

Vor drei Jahren setzte er sich in seinem "Faust" mit dem Teufel auf Alemannisch auseinander. Nun hat sich Hajo R. Loch sozusagen mit dem ihm eigentlich näher liegenden Gegenteil beschäftigt: mit "Gliichnis un d´ Bergpredigt us-em Neue Teschtament" .

Die Idee trug der 67-Jährige gleichsam wie ein Samenkorn schon lange in sich. "Wie könnte Jesus gesprochen haben, wenn er Alemannen vor sich gehabt hätte?" , fragte sich Hajo R. Loch und stellte fest: Es ist gar nicht so einfach, auf Alemannisch den richtigen Ton zu treffen. Die Mundart des Pensionärs, der vierzig Jahre lang am Wenzinger-Gymnasium Deutsch unterrichtete, ist der Dialekt des Wiesentals, wie ihn auch der Dichter Johann Peter Hebel einst sprach: kantig und klangvoll. Und plötzlich werden auch altvertraute Texte wie die Gleichnisse Jesu — "Was isch des für e Mensch" — und seine Bergpredigt neu lebendig. Während es in der Luther-Bibel zum Beispiel heißt "Weh euch, die ihr jetzt lacht! Denn ihr werdet weinen und klagen. Weh euch, wenn alle Leute euch loben" , hört sich das auf Alemannisch so an: "Un ihr Liichtfertige! Hüüle mient ihr, winsle. So isch´ s au mit dene, wo sich flattiere lön!" Wobei sich Hajo R. Loch durchaus bewusst ist, dass Übersetzungen immer auch Interpretationen sind. Und wo Martin Luther von einer Sünderin spricht, die Jesus die Füße salbt, während er bei einem Pharisäer isst, klingt das im Alemannischen so: "Un wie sie am Tisch hocke, chunnt e Frauezimmer mit, sage mr mol: mit-me liederliche Ruef." Jedem Text vorangestellt ist ein Bild des Lörracher Künstlers Rainer Gdanietz, jedes auf seine Art selbst ein Gleichnis. In Buchform umgesetzt hat das Ganze der Freiburger Benedikt Oberkirch in seiner Gutenbergdruckerei. Herausgekommen ist, was der Stadt-Alemanne wohl so loben würde: "Öbbis B´ sunderes halt".

"D´ Gliichnis un d´ Bergpredigt" von Hajo R. Loch mit Bildern von Rainer Gdanietz hat 60 Seiten und ist in Freiburger Buchhandlungen für 11,50 Euro zu kaufen.
22.12.2006, BZ

 

Schmiedledick - Badisches Jugendbuch seit dem Jahr 1930

Wer kennt das Buch der Autorin Elisabeth Walter (1897-1956), die “Abenteuerliche Reise des kleinen Schmiedledick mit den Zigeunern“ noch nicht?

Das Buch, das bei seinem Erscheinen 1930 als d a s badische Jugendbuch gepriesen wurde, wird nun seit 75 Jahren praktisch ununterbrochen gedruckt. Der Freiburger Journalist Hubert Matt-Willmatt hat nun zum 200-jährigen Geburtstag des Landes Baden, das Buch im Freiburger Schillinger-Verlag neu herausgebracht. Es erreicht damit eine Gesamtauflage von 70.000 Exemplaren. In einer umfangreichen und bebilderten Einleitung stellt er Leben und  Werk der Lehrerin Elisabeth Walter vor, die in Kippenheimweiler geboren wurde, in Oberweier aufwuchs und als Lehrerin in Bühlertal, Hänner, Betzenhausen, Rötenbach, Dietlingen, Heinstetten und Salem wirkte. Ein umfangreicher Anmerkungsteil, eine Karte Badens und ein Ortsregister erleichtern die Lektüre. In der Einleitung wird auch auf den heute problematisch klingenden Titel eingegangen und werden die Verfolgungen, die die Lehrerin in der Nazizeit zu erleiden hatte, aufgezeigt. Das Buch wurde in pfiffiger Weise von der Donaueschinger Illustratorin Susanne Seidel-Buri gestaltet und mit einem neuen Einband versehen. Anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum 50. Todestag von Elisabeth Walter in Friesenheim-Oberweier wurde das Buch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Elisabeth Walter „Abenteuerliche Reise des kleinen Schmiedledick mit den  Zigeunern“, Schillinger-Verlag GmbH Freiburg - Herausgegeben mit einer Einleitung von Hubert Matt-Willmatt, Illustrationen und Einbandgestaltung von Susanne Seidel-Buri, ISBN 3-89155-323-4 / ISBN 978-3-89155-323-7, Preis: 14,50 €.

DER DREISAMTÄLER vom 17.5.2006

 

Bücher von Ernst Hug St.Märgen im Sonderverkauf

Kirchzarten (lm.) Nachdem der Autor Ernst Hug aus St. Märgen sein 80. Lebensjahr erreicht hat - er wurde in diesem Zusammenhang zum St. Märgener Ehrenbürger ernannt - werden seine Restauflagen an heimatgeschichtlichen und volkskundlichen Büchern nun aus Alters- und Platzgründen als Sonderangebote in den Handel gebracht.

Der langjährige Rektor der Grund- und Hauptschule in St. Märgen hat insgesamt 15 Bücher geschrieben, die nicht mehr verlegt werden. Zwei der Buchtitel sind bereits vergriffen. Die restlichen Bücher sind nun zu Sonderpreisen in den regionalen Buchhandlungen zu erwerben. In Kirchzarten hat die Bücherstube in der Freiburger Straße zu diesem Anlass einen Angebotstisch mit den Werken Hugs gerichtet. Die Preise betragen je nach Buch 5 E oder 8 E.
Besonders interessant sind zwei Bücher über den Barock-Bildhauer Matthias Faller, der im Jahre 2007 dreihundert Jahre alt geworden wäre und dessen Geburtstag speziell in St. Märgen gedacht wird. Faller war der wohl begnadetste Holzbildhauer des 18. Jahrhunderts im Schwarzwald.

Alle Bücher sind außerdem direkt beim Autor erhältlich:
Ernst Hug, Wagensteigstr. 17, 79274 St. Märgen, Tel. 07669 / 526.

DER DREISAMTÄLER vom 17.5.2006

  

 

Jürgen Grässlin mit "Das Daimler-Desaster" - Ich will die Welt ändern

Dass einer, der beharrlich gegen den Strom schwimmt und Aufruhr stiftet, dass der so unverschämt ausgeruht und glücklich aussehen kann, das verwundert ein bisschen. Jürgen Grässlin ist erkennbar kein unzufriedener Mensch, wohl aber einer, dem nichts mehr am Herzen liegt als eine friedliche Welt. Dass ihn dieses Streben nicht zum getriebenen Weltverbesserer gemacht hat, das, sagt der 48-jährige Deutschlehrer, liege ganz wesentlich an seiner Frau und Weggefährtin Eva: “Die holt mich immer wieder auf den Boden zurück.”

Und nicht nur das: In schwierigen Zeiten stärkt - vielen anderen voran - sie ihn. Schwierige Zeiten waren zum Beispiel die letzten Monate, vor und nach der Veröffentlichung von Jürgen Grässlins jüngstem Sachbuch-Bestseller “Das Daimler-Desaster” . “Ich lege mich mit diesem Buch immerhin mit Deutschlands mächtigstem Konzern an” , erklärte der Autor am gestrigen Abend den rund 100 Zuhörern seiner Lesung im BZ-Haus. Denen erläuterte er eingangs, mit welchen Mitteln die Daimler-Chrysler-AG versucht, das Buch zu verhindern. Verfahren im Vorfeld der Veröffentlichung, Verfahren danach. Alles kein Grund aufzugeben, versteht sich: “Was mir nicht gefällt und was mich ärgert, fordert mich heraus.” Und weil ihm einiges nicht gefällt, braucht Jürgen Grässlin eine gute Kondition. Für ihn nämlich ist jeder Tag ein 16 Stunden-Arbeitstag, auch in den Ferien, denn da schreibt der erklärte Vollblut-Lehrer seine - provozierend aufklärerischen - Bücher. Fünf Stunden Schlaf müssen dem Unermüdlichen reichen. Kein Problem auch das - über Energie und Gesundheit verfügt er reichlich und über Humor: “Den lasse ich mir auch nicht nehmen.”

Als Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft, des Aktionsnetzes gegen Kleinwaffen, der Kritischen Aktionäre: Jürgen Grässlin hat ein erklärtes Ziel: “Ich will nicht im stillen Kämmerlein sitzen und mich über die Welt ärgern, ich will sie ändern.” Viel wäre erreicht, wenn Daimler Chrysler umstellen würde auf friedliche, ökologische Produkte und aktive Beschäftigungspolitik, sagt Jürgen Grässlin und lacht: “Das lässt sich nur mittelfristig machen.” Kurzfristig ist der Erfolg des Daimler-Desaster Buches für ihn schon eine wohltuende Rückmeldung auf sein Engagement. Nach nur zwei Monaten steht die dritte Auflage bevor. Grässlin dankt vergnügt dem Publikum: “Ihr seid das ja, die das Buch kaufen!”
BZ vom 14.1.2006

  

 

Vauban-Buch von Andreas Kuntz - ausgewilderte Ökos
 
„Die soziale Kontrolle ist gigantisch - für jemanden, der keine menschliche Nähe verträgt, ist das Leben hier nichts“ , sagt Andreas Kuntz über seinen Stadtteil. Der Professor für Europäische Ethnologie an der Albert Ludwigs-Universität hat ein Buch veröffentlicht, das ein authentisches Bild von Selbstverständnis und Leben „ bekennender Vaubanler“ vermitteln soll und humorvolle „ Skurrilitäten und Überspanntheiten“ schildert. Titel: „ Da haben sie doch die Ökos ausgewildert.“

„ Objektbezogener Agressionsabbau“ wie die Vaubanler das öffentliche Zertrümmern von dazu eigens gestifteten Autos genannt haben oder die „ Pfählung von Bobby-Cars“ sind exemplarische Begebenheiten, von denen im Buch in kurzen Passagen berichtet wird. Die von Andreas Kuntz angestrebte Informationsdichte ist zu hoch, als dass er sich eine ausschmückendere Beschreibung der Ereignisse erlauben möchte. Was in und zwischen den Zeilen herausgelesen werden könne, seien Lebensgefühl und lebendige Streitkultur, die viele Vaubanler offenbar verbinde, sagt der Autor. Die übersichtliche und komprimierte Textsammlung ist auf Grundlage zahlreicher Tonbandaufnahmen von persönlichen Erzählungen der Anwohner entstanden. Eine Auswahl an Schwarz-Weiß-Bildern soll ausschnitthaft illustrieren, wie das alternative Leben im Quartier Vauban in einem Zeitraum von etwa 15 Jahren tatsächlich ausgesehen hat und dabei auch Streitfälle unter den Nachbarn sowie aktuelle Formen des politischen Protestes - wie beispielsweise gegen die Marktplatzbebauung - wiederspiegeln. Grafitti oder alte Flyer, die noch jemand in der Schublade hatte, wurden dazu abfotografiert oder eingescannt. Zwischentitel wie „ Nur die anderen Kinder sind laut“ verraten bereits eine humorvolle Sicht auf die Probleme im Zusammenleben der unterschiedlichen sozialen Milieus - die in den Schimpfkanonaden einiger Anwohner auf die „ Müslis“ endeten. Auch davon ist im Buch die Rede.

Wo der Sandkasten als Katzenklo dient, hört das Vauban auf
Dass er diese Vielfalt kleiner authentischer Ausschnitte aus der Lebenswirklichkeit im Stadtteil Vauban einfangen konnte, verdankt Andreas Kuntz seinen engagierten Co-Autoren, die der Professor im Vorfeld der Publikation einspannte: Zwei Semester lang recherchierten Studenten eines Proseminars über qualitative Interviews nach den Insider-Geschichten. Die Erzählungen wurden an onymisiert und schließlich in Kapiteln wie Gründungsmythos, Baugeschichten, Wagenburgler oder die Zukunft des Vauban gegliedert. Laut Kuntz sollen sich „ die Kunst des Reden lassens“ in dem Buch über Freiburgs ökologischsten Stadtteil ausdrücken und Interessen, Forderungen, Wertvorstellungen in ihrer Heterogenität vorgestellt werden. Wörtlich zitiert werden die Anwohner auf den 92 Seiten vor allem im letzten Kapitel des Buches, in dem der Autor auch Zeitungsberichte und Leserbriefe abdruckt. „ Wo der Sandkasten als Katzenklo dient, hört das Vauban auf“ , sagt Kuntz über die Grenzen des Stadtteils und gibt sich selbst streitbar: „ Das Autofrei-Konzept ist total gescheitert.“ Der Ethnologe ist sich sicher, dass darüber - wie so oft in Vauban - geteilte Meinungen bestehen.

Das Buch ist im Freiburger Buchhandel erhältlich oder kann per E-Mail unter andreas.kuntz@eu-ethno.uni-freiburg.de  angefordert werden. Einzelpreis: 7,80 Euro
Alles von Björn Seeger vom 7.12.2005 auf www.bzol.de lesen

  

 

Rieselfelder Welten - Lebensgeschichte von 13 Migranten als Buch

„Rieselfelder Welten“ heißt das Buch, in dem 13 Lebensgeschichten von Migranten stehen - erzählt von Kindern, Frauen und Männern, die aus den verschiedensten Ländern der Welt in das Rieselfeld gekommen sind. ..... Das Buch sei eines der Ergebnisse des Projekts „Migranten-freundlicher Stadtteil“ , das Ende dieses Jahres auslaufe. Finanziert hat es die Fernsehlotterie „ Glücksspirale“. Das Buch, so Maier, verfolge zwei Ziele: „ Ersten sollen die Migranten über ihre eigene Geschichte nachdenken. Zweitens sehen die Bewohner, wie bunt das Rieselfeld ist.“ Das Buch sei ein Anfang für einen Migranten-freundlichen Stadtteil, den die Bewohner nun selbstständig ausbauen könnten.
Alles von
Marcus Surges vom 6.12.2005 auf www.bzol.de lesen

Rieselfelder Welten“ , 7 Euro, gibt es im Café des Glashauses, Maria-von-Rudloff-Platz.

  

© by  www.freiburg-dreisamtal.de , Kontakt,   Update 08.03.10